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Historisches

Kieve im 30-jährigen Krieg

Regenbogen

Um 1600 hören wir wieder von einer großen Not und Armut im Dorf, die allerdings nicht lange gedauert haben kann, denn in einem „Anschlag“ des Großherzoglich-Mecklenburgischen Amtes Wredenhagen aus dem Jahre 1606 12 können wir lesen, daß die Bauern Kieves dem Amt zur Zufriedenheit dienen. Die Kossaten (Kleinbauern, Tagelöhner) leisteten nur Handdienste, während die Bauern mit Wagen, Haken, Sensen und anderen Gerätschaften arbeiten und das geerntete Korn in die Scheunen nach Wredenhagen fahren.

Der Schulze (Peters-Schultze), so hieß es, diene nicht, sondern unternehme fortwährend weite- und lange Reisen. Er ist ein Freischulze, der auch frei ist von allen Abgaben, außer von der Landbede. Im Hinblick auf den Familiennamen Schultze ist es sehr wohl möglich, dass der Ahnherr dieses Geschlechts das Dorf gründete.

Es kam der 30jährige Krieg mit seinen erschütternden Auswirkungen und Folgen. Zunächst muss unser Dorf verschont geblieben sein, denn nach 1632 besaß die Dorfschaft noch einen guten Viehbestand. Noch 1635 lebten im Dorf: der Freischulze, 30 Bauern (darunter ein Schmied), 8 Kossaten und ein Pfarrbauer.

Als wüst ist ein Bauernhof bezeichnet.

Marie Diers, eine Pastorentochter und Schriftstellerin, die zunächst in Kieve, später in Röbel und in Schwerin lebte, schrieb den Roman „Die Männer von Oewel“, in dem berichtet wird, dass die Bauern von Kieve durch das Anpflanzen von Bäumen, die Beseitigung aller Wege, die Ermordung jedes Fremden, der in ihr Gebiet eindrang, über 20 Jahre vom Krieg verschont blieben, bis durch die Pest und Verrat der Gutsherren (von Kambs?) auch dieses Dorf verwüstet wurde.

Der Krieg hatte arg gewütet, so hatten die kaiserlichen Soldaten auch den Pfarrer in den Tod getrieben, das Pfarrhaus und die Kirche ausgeraubt und schließlich das Pfarrhaus abgebrannt, ganz zu schweigen von den zahlreichen Gehöften, die sie dem Erdboden gleichmachten. Die Folge war natürlich auch ein großer Bevölkerungsrückgang. So sind in Kieve 1649 nur noch fünf Gehöfte besetzt.

Aber Bevölkerung und Viehbestand vermehrten sich aus diesen bescheidenen Anfängen verhältnismäßig schnell, denn wir hören schon 1663 wieder von einem Schulzen, 6 Bauern, 3 Kossaten, 4 Einliegern und Dreschern sowie einem Hirten, welche das Dorf bewohnen.

Quelle: 1232 - 1982, 750 Jahre Kieve - Eine Chronik, erarbeitet von Gerd Koths